Mai 2007 Kärntner Regionalmedien
Die Hexensaat
Es gibt gute und böse Hexen, abgedrehte und lichtvolle. Zu allen Zeiten hatten besonders Frauen Zugang zu Ebenen die anderen verborgen blieben. Aus diesem Grund wurden sie gefürchtet, verehrt und im 17. und 18. Jahrhundert gequält und verbrannt. Die Geschichte erzählt uns dramatisches, ungustiöses aber auch unglaubliches und genau hier muss einiges erklärt werden. Wer den Zugang zur energetischen Welt nicht finden kann, wer Frauen für „deppert oder verrückt” erklärt, weil sie Aura lesen, Chakren reinigen oder sonst wie naturheiltherapeutisch unterwegs sind, der sollte nicht weiter lesen, er würde sich grau ärgern, wie einst die Männer, die glaubten ihre Macht durch solche „Weiber” verloren zu haben.

Von der Giftmischerin bis zur Heilerin.
Es stimmt , nicht nur weise Frauen gab es, aucht Giftmischerinnen und Schwarzmagierinnen waren am Werk, die eigenes Unheil anzurichten imstande waren, wie französische Berichte aus der Zeit Ludwig des XIV bezeugen. Doch in der überwiegenden Mehrzahl handelte es sich um Menschen, die intuitiv wussten, wo Heilpflanzen, Wasserstellen oder energetische Plätze zu finden waren, die mit Hellsichtigkeit ihre Umgebung verblüfften und mit bloser Handauflegung Schmerzen reduzieren konnten. Sie waren oft einfache Hausfrauen, Dienstmägde, aber auch Höhergestellte, wie Hildegard von Bingen, die den Menschen zu jenen Zeiten durchaus helfen konnten.
Hexe war Arzt fürs Volk
Tausende Jahre hindurch war die Hexe mehr oder weniger Arzt bzw. Ärztin fürs einfache Volk. Nur Kaiser, Könige, Päpste und reiche Barone konnten sich studierte Doktoranten leisten. In der Regel wurde die Weibliche Respektsperson als „gute, schöne oder kluge Frau” bezeichnet, konnte sie aber nicht heilen, als „Hexe” beschimpft. Nachhaltig prägten aber die Gebrüder Grimm das Äusere dieser Frauen. Die Hänsel und Grätelhexe sollte gezielt Angst verbreiten und als Teufelswerk verstanden werden. Bis heute leiden Frauen mit Buckel, krummer Nase oder Warze samt Bart unter dieser Zeichnung.
Die saligen Frauen
Aber bleiben wir in Kärnten. In vielen Überlieferungen werden die „saligen Frauen” erwähnt, stattliche, schöne „Weibsbilder” mit überdurchschnittlichen Fähigkeiten. Sie wohnten in den Bergen und stiegen des öfteren zu Tal, um den Menschen in vielfacher Weise ihr schwieriges Leben zu erleichtern, nur eines durfte niemand, sie nach ihrer Herkunft fragen, oder ihnen gar Leid zufügen, denn dann waren sie auf immer verschwunden. Vermutet wird, dass die „saligen Frauen”, dem keltisch, heidnischen Kulturkreis zuzurechnen sind, nicht aber dem christlichen, der erst 500 Jahr n.Chr. in Kärnten seinen Ursprung fand.
Sind die „weisen Frauen” wiedergekommen?
In den Letzten Jahren wurde zunehmend ein interessantes Phänomen sichtbar. Frauen aus den unterschiedlichsten Schichten empfinden sich plötzlich als energetische Helferinnen. In zahlreichen Seminaren erlernen sie altes Wissen aus Fern Ost oder inhalieren in geradezu atemberaubender Weise Esoterik in allen Variationen. Mit Yoga hat es begonnen, mit dem Auffinden von Heilkräutern, Rückführungen, schamanischen Reisen, Channeling, Auraanalytik oder Reiki setzte sich der Trend fort und steht heute im Zeichen der Prophylaxe und Prävention mit energetischen Möglichkeiten.
Diese Entwicklung hat gezeigt, dass die Menschen hinter ihrer Existenz mehr vermuten, als wissenschaftlich bewiesen ist. Das Gefühl und die Intuition galopiert wie eh und je der exakten Erkenntnis voraus und irritiert so manche Institution, was mitunter zu Konfrontationen führen kann.
Hexennachwuchs
In einem 2-jährigen Lehrgang können Frauen wie Männer die unterschiedlichsten Formen energetischer Arbeit erlernen und mit einer recht schwierigen Diplomprüfung abschließen. Für Hexe Sharin gilt der Leitsatz: „
Ich liebe mich! Ich bin wertvoll! Ich verdiene das Beste!”
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